Typische Flugrouten

Die An- und Abflugverfahren rund um Flughäfen sind komplexe Systeme, die nach strengen Kriterien entwickelt werden. In Österreich ist Austro Control für die Festlegung dieser Flugrouten verantwortlich. Die Sicherheit hat dabei immer oberste Priorität. Bei der Planung werden neben der Hindernisfreiheit auch Kapazität, Streckenlängen und die Anforderungen des Klimaschutzes berücksichtigt. Zudem wird Wert daraufgelegt, die CO2-Emissionen möglichst gering zu halten sowie die Anliegen der Anwohner im Hinblick auf den Lärmschutz transparent und nachvollziehbar zu integrieren.

An- und Abflüge

Die Richtung, aus der Flugzeuge anfliegen oder abheben, hängt maßgeblich von den Windverhältnissen in der Nähe des Flughafens ab. Dieses Prinzip, das seit den Anfängen der Luftfahrt gilt besagt, dass aus Sicherheitsgründen gegen den Wind gestartet und gelandet werden muss.

Anflüge

Ankommende Flugzeuge nehmen im Nahbereich des Flughafens Kontakt mit der Flugsicherung (ATC) auf. Diese weist den Piloten eine bestimmte Flugrichtung und Höhe zu, um einen sicheren Abstand zu anderen Flugzeugen zu gewährleisten, die ebenfalls an- oder abfliegen. Häufig gibt die ATC den Piloten Anweisungen zur Befolgung einer festgelegten Anflugroute. In anderen Fällen kann die ATC fortlaufende Anweisungen erteilen, um die Piloten und Flugzeuge sicher zur Landebahn oder zum Instrumentenlandesystem (ILS) zu führen.

Das Instrumentenlandesystem leitet die Piloten im Anflug zur Piste durch horizontale und vertikale Leitstrahlen, die auf dem Navigationsdisplay im Cockpit angezeigt werden. Der Pilot kann jederzeit überprüfen, ob er „auf Kurs“ ist, unterstützt durch akustische Signale.

Abflüge

Abhängig vom Ziel des Flugzeugs weist die Flugsicherung (ATC) für den Abflug eine von mehreren Standard Instrument Departures (SIDs) zu. SIDs definieren Ideallinien, die möglichst genau eingehalten werden sollten (± 0,5 nautische Meilen). Die Flugroute wird im Wesentlichen durch Wegpunkte, sogenannte „Waypoints“, festgelegt.

Durch geografische Koordinaten, Distanzen und präzise Kursangaben kann die Programmierung der mit satellitengestützten Systemen ausgestatteten Flugzeuge optimiert werden, sodass alle SIDs unabhängig von bodengestützten Funkeinrichtungen geflogen werden können.

Dennoch können lokale Wetterbedingungen, wie etwa Gewitter, zu einer erheblichen Abweichung der Flugrouten führen.

Schulungsflüge

A small propeller plane turns to the right

Schulungsflüge finden sowohl an großen internationalen Flughäfen als auch an kleineren Regionalflughäfen oder Flugplätzen für Privat- und Berufspilot*innen statt.

Ein besonders häufiger Bestandteil der Flugausbildung ist das Üben von Starts und Landungen. Dabei kann es vorkommen, dass ein Flugzeug diesen Vorgang mehrmals hintereinander durchführt – es fliegt dabei in einer Platzrunde um den Flughafen, um Routine und Sicherheit im Ablauf zu gewinnen. Ein Beispiel für ein linkes Platzrundenverfahren ist in der rechten Abbildung dargestellt.

Solche Platzrunden müssen unter verschiedenen Bedingungen geübt werden – tagsüber wie auch nachts und bei unterschiedlichem Wetter, damit Pilot*innen umfassende Erfahrung sammeln können.

Diese Art von Schulungsflügen wird oft als „Touch and Go“ bezeichnet: Das Flugzeug setzt zur Landung auf, kommt jedoch nicht vollständig zum Stillstand, sondern nimmt direkt wieder Schub auf und startet erneut. Da diese Flugrunden mehrfach geflogen werden, kann es vorkommen, dass bestimmte Orte regelmäßig überflogen werden – auch solche, die sonst nicht im üblichen Flugpfad liegen.

Schulungsflüge finden häufig in geringerer Höhe statt als normale Linienflüge, und durch die Wiederholungen von Start- und Landevorgängen können sie störender empfunden werden als typische Starts oder Anflüge.

Flugausbildung betrifft nicht nur neue Pilotinnen – auch erfahrene Pilotinnen müssen regelmäßig trainieren, um ihre Fähigkeiten zu erhalten und weiter zu verbessern.

Der Flughafen orientiert sich dabei an bewährten Verfahren, um die Belastung für die Umgebung möglichst gering zu halten. Schulungsflüge finden daher meist in festgelegten Zeitfenstern und bestimmten Bereichen rund um den Flughafen statt.

Ankünfte und Abflüge

Flugzeuge nutzen Start- und Landebahnen für Starts und Landungen – in der Regel erfolgen diese gegen den Wind. Dies sorgt für zusätzlichen Auftrieb, wodurch das Flugzeug schneller abheben kann und die Bahn zügig für den nächsten Flug freigegeben wird – was auch eine Landung sein kann.

Ändert sich die Windrichtung, muss die Flugsicherung (ATC – Air Traffic Control) unter Umständen entscheiden, die Betriebsrichtung der Start- und Landebahn zu ändern – also den „Runway in Use“ zu drehen. Dies ist ein komplexer Vorgang, da anfliegende Flugzeuge neu eingewiesen, rollende Maschinen umgeleitet und Abflüge neu freigegeben werden müssen.

Weitere Informationen zu Start- und Landebahnen sowie zur Umstellung durch die Flugsicherung finden Sie im folgenden Video:

Ankünfte

Anfliegende Flugzeuge nehmen zunächst Kontakt mit der Flugsicherung auf. Diese weist den Pilot*innen eine Flugrichtung (Vektor) und Flughöhe zu, um einen sicheren Abstand zu anderen Flugzeugen sicherzustellen, die sich möglicherweise ebenfalls im Anflug oder Abflug befinden.

Während des gesamten Landeanflugs erhalten die Pilot*innen fortlaufend Anweisungen bezüglich Richtung und Höhe. Oft werden sie auf eine sogenannte Standard-Anflugroute („Arrival Route“) geleitet – diese fungiert als „Luftstraßenkarte“ für einen sicheren Anflug auf die Landebahn. In anderen Fällen gibt die Flugsicherung laufend individuelle Anweisungen, um das Flugzeug sicher zur Landung zu führen.

Bei schlechtem Wetter, wenn die Sicht durch das Cockpit eingeschränkt ist (vergleichbar mit Autofahren bei Nebel), erfolgt der Anflug über Instrumente an Bord. Diese Systeme empfangen Signale des Instrumentenlandesystems (ILS), das an großen Flughäfen installiert ist. Dieses System sendet einen geraden Funkstrahl vom Boden aus, der den Pilot*innen bei der präzisen Landung bei schwierigen Wetterbedingungen hilft.

In Stoßzeiten kann es zu einer Überlastung des Luftraums kommen – Flugzeuge müssen dann in Warteschleifen („Holding Patterns“) kreisen. Diese befinden sich meist in größerer Entfernung vom Flughafen und in höherer Flughöhe, um die Lärmbelastung am Boden zu minimieren.

Zur Verringerung von Lärm, Treibstoffverbrauch und Emissionen wird nach Möglichkeit das Verfahren der kontinuierlichen Sinkflugoperation (CDO – Continuous Descent Operation) angewandt. Dabei gleitet das Flugzeug mit möglichst wenig Schub kontinuierlich zur Landung hinunter. Diese Methode erfordert enge Zusammenarbeit zwischen Pilot*innen und Flugsicherung und ist bei hohem Verkehrsaufkommen unter Umständen nicht umsetzbar.

Abflüge

An aircraft departs the airport

Abfliegende Flugzeuge rollen zur Startbahn und warten dort auf die Freigabe durch die Flugsicherung. Das Flugzeug ist dabei voll beladen mit Treibstoff, Passagieren, Gepäck und Fracht. Ein hoher Schub ist erforderlich, um ausreichend Geschwindigkeit für den Start zu erreichen

Je nach Zielort wird dem Flugzeug von der Flugsicherung eine bestimmte Abflugroute zugewiesen. Diese Auswahl dient der sicheren Staffelung sowie einer möglichst effizienten und direkten Route zum Ziel.

Internationale Best Practice ist es, dass strahlgetriebene Flugzeuge zunächst geradeaus in Verlängerung der Startbahn fliegen, bis sie eine sichere Flughöhe erreicht haben. Erst dann erfolgt eine Kurve auf die zugewiesene Abflugroute. Dies ermöglicht einen zügigen Steigflug und hält ausreichend Abstand zu anderen Luftfahrzeugen.

Während Passagierflugzeuge diese Routen typischerweise einhalten, kann es bei kleineren Propellermaschinen oder Turboprops vorkommen, dass sie früher abdrehen, um den Luftraum für größere und schnellere Maschinen freizugeben.

Nachtflüge

An aircraft lands just before sunset

Nachtflüge sind – wie der Name bereits sagt – Flugbewegungen, die während der Nachtzeit stattfinden. Am Flughafen Salzburg ist der reguläre Flugbetrieb ausschließlich in der Zeit von 06:00 bis 23:00 Uhr erlaubt. Ausgenommen davon sind Einsatzflüge, wie z. B. der Polizei oder der medizinischen Notfallversorgung, die auch außerhalb dieser Zeiten durchgeführt werden können.

Mit der zunehmenden globalen Vernetzung steigt weltweit die Nachfrage nach Flügen, die Passagiere und Fracht während der Nachtstunden über verschiedene Zeitzonen hinweg transportieren. Solche Verbindungen erleichtern nicht nur Reisen zu Urlaubszwecken oder zu Familie und Freunden, sondern leisten auch einen wichtigen Beitrag zur Wirtschaft, indem sie schnelle Transportmöglichkeiten für zeitkritische Waren und Lieferketten bereitstellen.

Trotz der wirtschaftlichen Bedeutung von Nachtflügen – sowohl auf regionaler als auch auf nationaler Ebene – müssen diese sorgfältig geplant und mit Rücksicht auf die betroffene Bevölkerung durchgeführt werden. Auch wenn Nachtflüge akustisch nicht lauter sind als Tagflüge, ist der Umgebungslärmpegel nachts deutlich niedriger – was dazu führt, dass Flugzeuge stärker wahrgenommen werden und potenziell den Schlaf stören können. Dies erhöht die empfundene Lärmbelästigung.

Daher gibt es verschiedene Maßnahmen, um den nächtlichen Flugbetrieb und seine Auswirkungen auf die Anwohner*innen zu minimieren. Dazu zählen:

  • Verwendung alternativer Flugrouten: Nachtflüge können andere Routen als tagsüber nutzen, um möglichst lärmarme Flugstrecken zu ermöglichen – etwa über weniger dicht besiedelte Gebiete.
  • Bevorzugte Bahnnutzungen: Bestimmte Startrichtungen können bei Nacht bevorzugt werden, wenn sie über weniger bewohnte Gebiete führen und somit die Lärmbelastung reduzieren. Da Starts und Landungen aber grundsätzlich gegen den Wind erfolgen müssen, ist dies nur eingeschränkt möglich.
  • Betriebsbeschränkungen: Werden selten eingesetzt und nur, wenn alle anderen Maßnahmen ausgeschöpft wurden und gesetzlich erlaubt sind. Dabei wird meist älteren, lauteren Flugzeugen der Betrieb während der Nachtzeit untersagt. Nachtflugverbote (Curfews) können komplex sein und in Ausnahmefällen – z. B. bei wetterbedingten Verspätungen – Ausnahmen erlauben. Solche Ausnahmeentscheidungen werden nicht leichtfertig getroffen und durch die Flugverfolgungssysteme des Flughafens überwacht.

Außergewöhnliche Flugbewegungen

Von Zeit zu Zeit kann es zu ungewöhnlichen oder abweichenden Flugbewegungen am oder rund um den Flughafen kommen – sowohl am Boden als auch in der Luft. In den meisten Fällen handelt es sich dabei um normale Abläufe oder sicherheitsbedingte Maßnahmen.

Durchstartmanöver (Go-Arounds)

Wenn Pilot oder Flugsicherung (ATC) der Meinung sind, dass die Bedingungen für eine sichere Landung nicht vollständig gegeben sind, wird ein sogenanntes „Go-Around“ durchgeführt. Dabei handelt es sich um ein standardisiertes und sicheres Verfahren, bei dem der Landeanflug zu jedem Zeitpunkt abgebrochen werden kann, um Sicherheit für Passagiere und Besatzung zu gewährleisten.

Gründe für ein Go-Around können unter anderem sein:

  • Plötzliche starke Windböen, die das Flugzeug aus der Position bringen
  • Ein Hindernis auf der Landebahn, etwa weil ein vorhergehendes Flugzeug nicht rechtzeitig abgehoben oder die Bahn nicht verlassen hat
  • Sicherheitsprobleme an Bord, z. B. wenn ein Passagier während des Anflugs aufsteht

Das Flugzeug reiht sich danach in einer Warteschleife („Holding“) erneut in die Anflugsequenz ein. Dabei kann es über Gebiete fliegen, die normalerweise nicht überflogen werden – oft auch in geringerer Höhe.

Instrumentenprüfungen (Kalibrierflüge)

Viele größere Flughäfen verfügen über moderne Navigations- und Landungssysteme, die regelmäßig überprüft werden müssen. Diese Prüfungen erfolgen mittels sogenannter Kalibrierflüge. Dabei wird mit einem speziell ausgerüsteten Flugzeug das System getestet – häufig durch mehrmalige Überflüge in verschiedenen Winkeln und Höhen.

Solche Flüge können über mehrere Stunden gehen und führen oft über Gebiete, die sonst nicht betroffen sind. Aus Sicherheitsgründen und wegen geringerer Verkehrsdichte finden Kalibrierflüge häufig in den Nachtstunden statt. Um Lärmbelastungen gering zu halten, werden möglichst kleine und leise Flugzeuge eingesetzt.

Fire training practice

Feuerwehr- und Rettungsübungen

Flughafenfeuerwehren sind ein zentraler Bestandteil der Sicherheitsinfrastruktur. Daher finden regelmäßig Trainings statt – meist in einem speziellen Übungsbereich am Flughafengelände. Dabei wird in der Regel ein altes Flugzeugmodell verwendet, das zu Übungszwecken in Brand gesetzt wird.

Obwohl sich dieser Bereich abseits des regulären Betriebs befindet, können bei solchen Übungen Rauch, Flammen sowie Einsatzfahrzeuge mit Blaulicht und Sirenen deutlich sichtbar und hörbar sein. Größere Übungen können auch Einsatzkräfte außerhalb des Flughafens einbeziehen, wobei dann Verkehrsbewegungen auf umliegenden Straßen möglich sind.

Militärische Flugbewegungen

Gelegentlich nutzen militärische Luftfahrzeuge den Flughafen Salzburg, z. B. zum Auftanken oder im Rahmen von Übungen oder Vorführungen. Insbesondere Kampfjets sind nicht mit lärmreduzierenden Maßnahmen ausgestattet und verursachen daher deutlich lautere Geräusche als zivile Flugzeuge.